Dr. Lorenz Dehn

 

Neuropsychologie der Depression

 

Datum Uhrzeit Dauer Teilnehmerzahl
27.11.2021
  1. 9:00 - 16:30 Uhr
8 Stunden Max: 20

 

  1. Eine Akkreditierung durch die PTK NRW wird beantragt.

    Eine GNP-Zertifizierung wird beantragt.

     

    Seminarbeschreibung:
    Depressive Störungen werden sehr häufig von neuropsychologischen Symptomen, wie z.B. Gedächtnis- oder Konzentrationsproblemen, begleitet. Diese wirken sich negativ auf das psychosoziale Funktionsniveau der Patienten aus und beeinträchtigen den Behandlungsprozess. In dem Seminar „Neuropsychologie der Depression" sollen die typischen neurokognitiven Befunde bei depressiven Patienten dargestellt werden. Neben der Auseinandersetzung mit dem neuropsychologischen Profil und relevanten Einflussfaktoren (u.a. Rumination, Verarbeitungsbias, Motivation) wird hier ein besonderer Fokus vor allem auch auf die klinischen Aspekte und Konsequenzen gelegt. So sollen die differentialdiagnostische Abgrenzung (beispielsweise gegenüber dementiellen Syndromen), die Bedeutung komorbider Erkrankungen (z.B. bei der Post-Stroke-Depression), aber auch mögliche Behandlungsansätze für neuropsychologische Symptome bei Depression thematisiert werden.
    Durch theoretische Seminarteile mit Vortragspräsentation, Videobeispiele, praktische Übungen und Kleingruppenarbeiten soll das Thema „Neuropsychologie der Depression“ bearbeitet und dabei u.a. folgenden Fragen nachgegangen werden:
    - Wie sieht das typische neuropsychologische Profil depressiver Störungen aus?
    - Welchen Einfluss haben Lebensalter, Erkrankungsbeginn oder Komorbiditäten?
    - Wie hängen die affektiven Auffälligkeiten mit den kognitiven Defiziten zusammen?
    - Welche Besonderheiten ergeben sich für depressive Patienten mit neurologischen Erkrankungen?

     

    Ausgewählte Literatur:
    Dehn, L. B. & Beblo, T. (2020). Neuropsychologie der Depression: Zwischen Testdiagnostik und Alltagserleben. Schweizer Zeitschrift für Psychiatrie + Neurologie, 1: 4-8.

    Dehn, L. B., & Beblo, T. (2019). Verstimmt, verzerrt, vergesslich: Das Zusammenwirken emotionaler und kognitiver Dysfunktionen bei Depression. Neuropsychiatrie, 33: 123-130

    Beblo, T. (2016). Die Bedeutung kognitiver Beeinträchtigungen bei depressiven Patienten. Zeitschrift für Neuropsychologie; 27, 69-83.

    Beblo, T., Sinnamon, G. & Baune, B. (2011). Specifying the Neuropsychology of Affective Disorders: Clinical, Demographic and Neurobiological Factors. Neuropsychology Review, 21, 337-359.

    Gotlib, I.H. & Joormann J. (2010). Cognition and depression: Current status and future directions. Annual Review of Clinical Psychology; 6, 285-312.

     
    Referent:
    Dr. rer. net. Lorenz B. Dehn, M.Sc.; Psychologe und Mitarbeiter in der Forschungsabteilung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Evangelischen Klinikum Bethel, Bielefeld (https://evkb.de/kliniken-zentren/psyche-nerven/psychiatrie-und-psychotherapie/forschung/); Psychologischer Psychotherapeut i.A. (DGVT); frühere Berufstätigkeiten u.a. im neuropsychologischen Funktionsbereich der Reha-Klinik am Epilepsie-Zentrum Bethel; Lehraufträge für Forschungsmethodik und Diagnostik an der Fachhochschule der Diakonie sowie für Psychiatrische Versorgung an der Fachhochschule Bielefeld. Forschungsschwerpunkte: Alltagsgedächtnis und subjektive kognitive Defizite bei Depression, Psychosoziale Funktionen und Versorgung bei psychiatrischen Erkrankungen.