Da wir eine von der Psychotherapeutenkammer anerkannte Weiterbildungsstätte im Rahmen der Bereichsweiterbildung Klinische Neuropsychologie sind, ist diese Veranstaltung unabhängig von der Akkreditierung als Fortbildungsveranstaltung der PTK auf jeden Fall als Theorieveranstaltung für die Weiterbildung in Klinischer Neuropsychologie nach Kammer-Weiterbildungsordnung anerkannt.
Die Akkreditierung der Veranstaltung bei der Psychotherapeutenkammer NRW ist beantragt.
Die Akkreditierung der Veranstaltung bei der GNP ist beantragt.
Eine häufige Folge neurologischer Erkrankungen sind sprachlich-kommunikative Einschränkungen. Ein Teil dieser Auffälligkeiten lässt sich als Aphasie klassifizieren und betrifft primär sprachsystematische Fähigkeiten, beispielsweise in den Bereichen Phonologie, Semantik/Lexikon oder Morphosyntax. Insbesondere nach erworbenen Hirnschädigungen, etwa infolge eines Schädel-Hirn-Traumas, zeigen sich jedoch häufig Kognitive Kommunikationsstörungen (Cognitive Communication Disorders, CCDs). Diese äußern sich weniger in Störungen der sprachlichen Struktur als vielmehr in Beeinträchtigungen der kommunikativen Interaktion und pragmatischen Kompetenzen. So verlieren Patient*innen beispielsweise den „roten Faden“ im Gespräch, haben Schwierigkeiten, Sarkasmus oder indirekte Bedeutungen zu verstehen, oder missachten Gesprächsregeln wie das Turn-Taking. Als ursächlich gelten vor allem nicht-sprachliche kognitive Beeinträchtigungen, insbesondere in den Bereichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen und/oder Soziale Kognition. CCDs manifestieren sich dabei in einem breiten Spektrum unterschiedlicher Schweregrade und zeigen sich aufgrund variierender neuropathologischer Ursachen klinisch äußerst heterogen. Im Rahmen der Fortbildung werden zunächst Grundlagen zur sprachlich-kommunikativen Symptomatik sowie zu den zugrunde liegenden kognitiven Bedingungsfaktoren vermittelt. Die Grundlagen werden an Fallbeispielen illustriert. Im zweiten Teil werden diagnostische Ansätze zur Erfassung von CCDs über verschiedene Schweregrade hinweg zunächst aus sprachtherapeutischer Perspektive dargestellt und durch die Beschreibung neuropsychologischer Zuständigkeitsbereiche ergänzt. Darüber hinaus wird anhand konkreter Fallbeispiele ein interprofessionelles Vorgehen zwischen Klinischer Neuropsychologie und Sprachtherapie in Diagnostik und Therapie veranschaulicht. Abschließend werden professionsspezifische sowie interprofessionelle therapeutische Ansätze und Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt.